Bausteine

Erfolge

frühstart legt bereits im Kindergarten den Grundstein für schulischen Erfolg und Integration. Das Projekt umfasst:

frühstart wurde von Beginn an wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse sind:


Sprachförderung
Erzieherinnen und Erzieher werden durch eine umfangreiche Weiterbildung in die Lage versetzt, allen Kindern mit Sprachförderbedarf Deutsch zu vermitteln und Sprachförderung zum Gegenstand ihrer täglichen Arbeit zu machen.



Bei Sprachverständnis, Sprachproduktion, Lautbildung und Wortschatz, also in nahezu allen Bereichen, haben sich die Kenntnisse der deutschen Sprache der frühstart-Kinder im Vergleich zur Ausgangs-situation deutlich verbessert.


Interkulturelle Bildung
Miteinander statt Nebeneinander: frühstart vermittelt Erzieherinnen und Erziehern sowie Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern Kenntnisse über die kulturelle Prägung und Wissen über unterschiedliche Kulturen. Ihre Fähigkeiten zu vorurteilsbewusstem und dialogförderndem Handeln werden gestärkt.


Nach den intensiven Weiterbildungen haben sich die interkulturellen Handlungskompetenzen von Erzieherinnen, Erziehern und Elternbegleitern verbessert. Dadurch konnte die Zusammenarbeit mit den Eltern und die Förderung der Kinder intensiviert werden.


Elternarbeit
frühstart bildet mehrsprachige Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter aus. Sie informieren und beraten Eltern und ermöglichen ihnen so eine aktive Teilnahme am Bildungsweg ihrer Kinder.




Die Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter haben von den Weiterbildungen sehr profitiert: Ihr Kontakt zu den Eltern hat sich seit Beginn der Projektlaufzeit deutlich intensiviert. Es ist ihnen gelungen, die Eltern zur aktiven Beteiligung an der Förderung ihrer Kinder zu motivieren. Die ehrenamtlichen Eltern-begleiterinnen und Elternbegleiter haben zur besseren Kommunikation zwischen Erzieherinnen, Erziehern und Eltern beigetragen.


Akteure vernetzen
frühstart fördert die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch der verschiedenen Akteure im Bereich Bildung und Integration der beteiligten Kommunen.



Durch die kommunalen Koordinierungsstellen wurde die Vernetzung vor Ort intensiviert, Arbeitskreise gebildet und gemeinsame Initiativen und Angebote im Bereich Bildung und Integration umgesetzt.

Sprache fördern

Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten mit hohem Zuwandereranteil brauchen Kenntnisse und Methoden, um eine optimale Sprachförderung für Kinder, die nur wenig oder unzureichend Deutsch sprechen, leisten zu können. Mit einem intensiven Weiterbildungsprogramm für Erzieherinnen und Erzieher legt frühstart die Grundlage für eine erfolgreiche sprachliche Bildung im Kindergarten.

In den Weiterbildungen erweitern die Erzieherinnen und Erzieher ihre Kenntnisse über Prozesse der kindlichen Sprachentwicklung und des Zweit- und Mehrsprachenerwerbs. Ebenso werden Methoden zur Erfassung des aktuellen Sprachstands und die Abgrenzung zu logopädischem Sprachförderbedarf verdeutlicht.

Den Kindern soll das Sprachenlernen vor allem Spaß machen: Geschichten, Gedichte, Fingerspiele, Abzählreime, Märchen, Lieder, Rollenspiele, Malen – frühstart gibt den Erzieherinnen und Erziehern vielfältige didaktische und inhaltliche Möglichkeiten zur Vermittlung der deutschen Sprache an die Hand. Sie lernen, Kindern mit Sprachförderbedarf Deutsch zu vermitteln und Sprachförderung in ihren Arbeitsalltag einzubinden.

Als Sprachförderprogramm wird exemplarisch ein Förderkonzept vorgestellt, das interkulturelle Bildung und Zusammenarbeit mit Eltern berücksichtigt. Andere Sprachförderkonzepte, die bereits in teilnehmenden Kindergärten Anwendung finden, werden in die Weiterbildungen einbezogen.

Interkulturell bilden

Kinder zu kultureller Offenheit zu erziehen, setzt eine entsprechende Offenheit der Erzieherinnen und Erzieher voraus. Ein weiteres frühstart-Weiterbildungsmodul ist daher die interkulturelle Bildung im Kindergarten. Das Modul vermittelt grundlegende Kenntnisse über kulturelle Bezüge und interkulturelle Handlungskompetenz, fördert das Verständnis der Entstehung von Werten, Normen und Urteilen und sensibilisiert für kulturell bedingte Konfliktsituationen.

An dieser Weiterbildung nehmen Erzieherinnen und Erzieher sowie Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter gemeinsam teil. Damit wird von Anfang an ihre Zusammenarbeit gestärkt. Alle Kinder des Kindergartens profitieren: Die interkulturelle Bildung bietet viele Anlässe zum Erzählen und zum spielerischen Austausch und ermöglicht allen Kindern und Eltern, unterschiedliche Kulturen kennen zu lernen, vorurteilsbewusstes Denken und Handeln zu entwickeln sowie kulturelle Vielfalt als Reichtum unserer Gesellschaft zu begreifen.

In zusätzlichen Weiterbildungen haben die Erzieherinnen und Erzieher die Möglichkeit, das pädagogische Gesamtkonzept ihres Kindergartens gemeinsam zu reflektieren und bei Bedarf die interkulturelle Ausrichtung neu einzubinden.

Eltern beteiligen

Die Elternarbeit von frühstart soll Informationslücken überwinden helfen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Erzieherinnen und Erziehern mit Eltern vorbereiten. Ziel ist es, die Handlungs- und Wissenskompetenzen der Eltern zu erhöhen und sie so aktiv am Bildungsprozess ihrer Kinder zu beteiligen.

Die Elternarbeit beinhaltet zwei Bausteine:

Ehrenamtliche Elternbegleiterinnen und -begleiter

Sie sind meist zweisprachig, haben häufig Migrationserfahrung und übernehmen eine Brückenfunktion zwischen Elternhaus und Kindergarten. Sie unterstützen die Eltern in Bildungsfragen und können als Sprach- und Kulturvermittler den Kontakt zwischen Kindergarten und Eltern herstellen und intensivieren. Die Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter werden durch Weiterbildungen auf ihre Arbeit vorbereitet.

Thematische Elternveranstaltungen und Elterncafés in den beteiligten Kindertagesstätten

Sie dienen der Wissensvermittlung und befähigen die Eltern, sich aktiv an der Förderung ihrer Kinder zu beteiligen. Dies legt den Grundstein für eine erfolgreiche schulische Bildung der Kinder. Die regelmäßige Teilnahme der Eltern an den Elternveranstaltungen und die Treffen in den Elterncafés fördert eine aktive Erziehungspartnerschaft zwischen Erziehern, Eltern und Elternbegleitern.

Akteure vernetzen

Mit der Verknüpfung der drei Elemente Sprachförderung, interkulturelle Bildung und Elternarbeit, kann frühstart viel für die Integration von Kindern und Eltern tun. Damit der Prozess der Integration weitergeht – und beispielsweise der Sprung vom Kindergarten in die Grundschule optimal gelingt – ist ein intensives Zusammenspiel der Kindertagesstätten mit anderen Akteuren entscheidend. Die beteiligten Städte übernehmen hierbei eine wichtige Koordinierungsfunktion: Sie stellen einen frühstart-Ansprechpartner, der die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch der verschiedenen Akteure im Bereich Bildung und Integration vor Ort koordiniert. Hierzu zählen neben den Kindergärten und Grundschulen beispielsweise auch Familienberatungsstellen oder Migrantenverbände.

Damit die Vernetzung gelingt, ist neben der aktiven Beteiligung der Städte die Zusammenarbeit mit dem Hessischen Sozialministerium und dem Hessischen Kultusministerium im Projekt besonders wichtig.